Giro Dolomiti – 3.Etappe

Wie gestern schon erwähnt, stand heute die Königsetappe auf dem Programm (168km, 3300hm). Schonmal vorweg, mit hin- und rückradeln, waren es am Ende 180km und 3500hm,
wobei nach 115km schon 3400hm auf dem Tacho standen, also eine ordentliche Hausnummer.
Aber der Reihe nach, Start war wie immer in Bozen und mit Polizei-Eskorte ging es um 7:30 Uhr,wie immer, unter Nichtbeachtung sämtlicher Verkehrsregeln, durch die wuselige Stadt. War auch nicht anders möglich, denn die mehr als 500 Rennradfahrer blockierten mal wieder alles, zum Erstaunen der Einheimischen und Touristen.
Der Weg führte durch das Grödnertal hinauf bis zunächst nach Wolkenstein, wobei das Feld bis dort durch die sehr gute Giro-Organisation ziemlich zusammen gehalten wurde.
In Wolkenstein hatten wir schon die ersten 1300hm in der Tasche. Nach einer kurzen Trinkpause wurde es dann richtig ernst.
Es standen in der wunderschönen Dolomiten-Landschaft insgesamt 4 Pässe auf dem Programm, alle über 2000 Meter hoch.
Das Gemeine an dieser Etappe, ausser der Anstrengung natürlich, war, dass die Zeitmessung erst am vierten Pass war und der Anstieg von Corvara zum Grödner Joch ca. 10km lang war, also hieß es, bis dahin möglichst wenig Körner verbraten.
Am vorletzten Paß hatte ich es geschafft, mich in die 2.Reihe zu fahren, um das Feeling ganz vorne mal zu erleben.
Bergab war es kein Problem, die Position zu halten, aber als die Zeitmessung in Corvara startete und es bergauf ging, traten die Amateurfahrer, sowohl männlich, als auch weiblich, die bei dieser Rundfahrt die Preise wohl unter sich ausmachen, mal richtig in die Pedale, an dem ersten 10% Anstieg spielte ich schon keine Rolle mehr.
Nadine, die sich bei der Abfahrt am 3.Pass, im Hauptfeld befand, wir hatten uns aus den Augen verloren, hatte die gleichen Erfahrungen auf der Zeitmessstrecke gemacht.
Mal abgesehen vom geringeren Alter, erinnerten mich die Beine der Konkurrenz eher an Salzstangen. Dazu das Gesamtgewicht von ca. 60-65kg bei
den Herren und ca. 50kg bei Frauen.
Wir hatten also nicht den Hauch einer Chance.
Trotzdem erreichten Nadine und ich eine Platzierung, mit der wir zufrieden waren (Nadine AK Platz 15, Dirk AK Platz 32).
Nach dem sehr anstrengenden Bergzeitfahren, gab es zur Belohnung noch eine ca. 60km lange Abfahrt. Zusammen mit allen 500 Radlern war das schon ein wahnsinniges Erlebnis. Ach ja, noch etwas, heute sind wir ohne technischen Defekt angekommen.

Jetzt heißt es, Körperspeicher auffüllen und am morgigen Ruhetag regenerieren,
um die 52 Kehren des Stilfser Joch auf der 4.Etappe am Donnetstag gut zu überstehen.

Bis dahin…
Viele Grüße an die Radsportler daheim,
Nadine und Dirk

(nächster Bericht folgt)