Giro Dolomiti – 4.Etappe

Heute, auf der 4.Etappe, wartete ein ganz besonderer Leckerbissen auf uns, das legendäre Stilfser Joch, mit seinen nicht enden wollenden Kehren.
Durch das dauernde „gekehre“ wusste man gar nicht mehr, in welche Himmelsrichtung man überhaupt gerade fährt, bzw. nach oben guckt, denn es ging nur rauf.
Für diese Etappe war übrigens ein noch früheres Aufstehen angesagt, denn Start/Ziel war diesmal Prad im Vinschgau, also ca. 85km Anreise. Dementsprechend früh das Frühstück.

Die Schwierigkeit dieser Tour lag natürlich auf der Hand, Starthöhe 900m, Zielhöhe 2770m, Länge der Zeitfahrstrecke, die kompletten 25km und das ohne warmfahren.
Also ging es direkt in den Berg und wie man leicht erkennen konnte, die ebenen Passagen fehlten, was hieß, immer Druck auf der Pedale.
Das Beste war also, man beschäftigte sich nur mit seiner körperlichen Verfassung und versuchte irgendwie die 8km/h nicht zu unterschreiten, bzw. konstant zu fahren.
Vollkommen aussichtslos war, sich an den Vordermann oder -frau zu klemmen und zu meinen, „Schaka“, das zieh ich jetzt durch bis oben.
Und schon gar nicht, wenn der/die vor einem italienisch sprach (ist wahrscheinlich deren Hausstrecke).
Nach etwa der Hälfte der Strecke, nach Verlassen der Baumgrenze, konnte man in dem Gletschergebiet auf dem Berg eine kleine Hütte erkennen und es waren ja nur noch 30 Kehren.
Nach weiteren 25 Kehren wurde aus der kleinen Hütte, ein größeres Hotel, lag wohl an den noch fehlenden Höhenmetern.
Hier und da schlugen die Murmeltiere Alarm, aber das waren wahrscheinlich Murmeltier-Witze über die 500 Bekloppten, die rauf fahren, um wieder runter zu fahren.
Nach ca. 2 Std. war es dann vollbracht, wir standen oben, auf 2770m, wo die Luft schon etwas dünner und kälter war, empfangen von einigen applaudierenden Touris.
Nach einer kurzen Tee-Pause, es war mal wieder von der Giro-Organisation bestens vorbereitet, ging es im Winter-Outfit durch die Schweiz zurück ins Tal zum Zielort, wo es mal wieder ein lecker Mittagessen gab.
Anschließend haben wir noch kurz die Platzierungen gecheckt (Nadine AK Platz 19, Dirk AK Platz 57), bevor es zurück zum Hotel ging.
Mehr war heute einfach nicht drin, die Italiener/-rinnen und Schweden/-innen waren am Berg einfach zu stark.

Morgen geht es auf die 5.Etappe, die im Vergleich zur 4.Etappe, nicht ganz so hoch hinaus geht, aber bestimmt auch eine ordentliche Leistung abverlangt. Also, jetzt erstmal ran an die Nudeln… 😉

Viele Grüße an die Radsportler daheim,
Nadine und Dirk

(Bericht folgt)

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