Giro Dolomiti – 5.Etappe

Bald ist es geschafft, aber bis dahin hat der „Presidente“ des Giro für uns noch 2 Etappen vorgesehen, heute zum Beispiel Nummer 5. Selber Ort, selbe Zeit und wieder reichlich Sonne, mit über 30°.
Also beste Voraussetzungen, um nochmal motiviert an die Sache ran zugehen, wobei wir auch sagen müssen, mit der heutigen 5.Berg-Etappe und dem fünften Bergzeitfahren nacheinander, können wir uns auch gut mit der letzten Etappe in der „Quasi“-Ebene anfreunden.

Los ging es heute, wie immer nach der 3-sprachigen Ansage (italienisch, englisch, deutsch), die Begleitfahrzeuge mit Fahnen, eingeschalteten Warnlichtern und Gehupe vorweg, dahinter das Fahrerfeld.
Hier und da war den Teilnehmern schon eine gewisse Müdigkeit anzusehen, aber kein Wunder nach insgesamt ca. 10000hm.
Die ersten 25km heute waren eher flach und so bewegte sich die riesige Meute ziemlich geschlossen Richtung „Ultental“, ein ziemlich langgezogenes Tal, mit einigen knackigen Steigungen.
Bis dahin waren sowohl Beine als auch Blase gut in Aktion (heute auffällig viele zart gebaute bunte Werbesäulen vor den grünen Büschen).
Der erste Anstieg nach 25km, der auf ca. 1130m Höhe führte, war brutal, auf 9km mehrmals eine 10% Passage.
Dann, nach insgesamt 43km, endlich die Startlinie des Zeitfahrens und los ging es auf die ca. 19km lange Messstrecke.
Ziemlich lang, aber so langsam lernt man, mit diesen langen Zeitfahren umzugehen und sich die Kräfte einzuteilen und seinen Rhythmus zu finden.
Knackpunkt auf dieser Strecke war, das heute eine Art Parabel gefahren wurde, also, je näher man dem Ziel kam, desto steiler wurde es (12-13% Passagen).
Eine ziemlich gemeine Sache, fuhr man am Anfang bei den 2-3% Steigungen zu schnell,
blieb kaum noch Luft für den härteren Teil, fuhr man zu langsam, verschenkte man wertvolle Sekunden.
Ich hatte Glück, es fand sich um mich herum eine Multi-Kulti-Gruppe, bei der ich mitfuhr.
Teils durch Handzeichen, teils in englisch wechselten wir gut durch und so ging es die ersten 8km auf der leichteren Steigung mit 30-40 km/h gut voran. Der erste 12%ter sprengte dann die Gruppe,
ich fuhr dann zwar noch ca. 1km mit einem Drahtgestell, also einem gut trainierten Italiener mit, aber dann zog er ab.
Das er ca. 15 Jahre älter war, als ich, störte mich schon nicht mehr, ist hier normal.
Nadine hatte auf der Strecke nicht so viel Glück, Sie musste Wind und Steigung allein bekämpfen und verdient deshalb vollsten Respekt. Völlig ausgepumpt kamen wir beide oben auf 1880m an.
Mit den Platzierungen sind wir dennoch zufrieden, Nadine nach AK wieder Platz 19, ich nach AK Platz 35.
Nach der schönen Mittagspause in der Sonne und den obligatorischen Nudeln, ging es ca. 60km bergab, zurück nach Bozen.
Während eines kurzen Stopps auf der Abfahrt, wurden wir von Einheimischen der Tour wegen angesprochen und durch das DJK-Trikot als Münsterländer entlarvt.
Der 90-Jährige (!) ließ sich das Kompliment der „schönen Maid aus dem Münsterland“ nicht nehmen und schwelgte noch anschließend von seiner Jugendzeit.

Zufrieden genießen wir gerade auf der Dachterrasse am Pool die Abendsonne von Südtirol.

Viele Grüße aus dem sonnigen Süden
wünschen euch
Nadine und Dirk.

(nächster Bericht folgt)

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