Giro Dolomiti – 6.Etappe (Schluß-Etappe)

Heute nach der 6.Etappe war es (endlich) soweit, wir haben die Dolomiten-Rundfahrt geschafft!
Wir sind jetzt kräftemaßig zwar nicht „am Ende“, aber eine diverse Müdigkeit in unserem Körper ist momentan nicht zu leugnen.
Insgesamt haben wir schließlich bei den 6 Zeitfahren auf 660km, ca. 11000hm gesammelt, das zehrt an den Kräften.
Wichtig für uns, wichtiger als das Ergebnis, war natürlich, dass wir gesund zurückkommen.
Möglichst ohne Blessuren, aber dafür mit reichlich gesammelten, positiven Erfahrungswerten.

Wie lief es heute auf der letzten Etappe?
Das Profil der 6.Etappe sah eigentlich relativ flach aus, bis auf eine kleine Stelle, an der die Zeitmessung stattfand.
Zuerst dachte ich, es wäre auf dem Papier bestimmt nur ein Pixelfehler, aber Pustekuchen, der Anstieg war ziemlich real, die Giro-Organisation hatte mal wieder ganze Arbeit geleistet, um auch am letzten Tag keine Langeweile aufkommen zu lassen.
Als wir gestern Abend noch einen kleinen Ausflug machten, kamen wir zufällig an der Stelle vorbei, die uns heute nochmal die letzten Körner kosten sollte.
Und da stand es auch schon, ein Schild, etwas unscheinbar, aber darauf stand: 14% ! Schnell sahen wir uns die gesamte Sprintstrecke genauer an.
Heftig, 1,5km, konstante 14%.
Ok, wir waren also gewarnt.
Bis zu dieser Steigung hatten wir heute dann 20km Zeit, unsere Beine locker zu fahren.
Durch das relativ langsam fahrende Feld, gebremst durch den ersten Wagen, in dem der Giro-Direktor saß, war es mit dem warmfahren so eine Sache, wir waren mehr mit dem konzentrierten Fahren ansich beschäftigt, um nicht mit dem direkten Nebenmann/-frau unfreiwillig Körperkontakt aufzunehmen. Am Start der Zeitmessstrecke angekommen,
hatten sich unsere Befürchtungen bestätigt, es knubelte sich zu Beginn auf der Steigung und so mussten wir auch noch zusätzlich durch eine Art Slalomfahren um die langsameren Fahrer herumfahren.
Unsere Kraft reichte aber für den Kampf am 14%ter und so kamen wir auch heute zu einem zufriedenstellenden Ergebnis.
Nadine erreichte ihr bislang bestes Ergebnis, bei dieser Rundfahrt, Platz 13 nach AK! Ich fuhr auf mein bisher zweitbestes Ergebnis, Platz 34 nach AK.

Insgesamt sind wir mit unseren Ergebnissen bei dieser Rundfahrt sehr zufrieden, da man nicht vergessen darf, dass sich hier ein internationales Feld aus Europa und einigen aus den USA getroffen hatte. Heute entdeckten wir noch, dass sogar ein Team aus Indien mitfuhr!

Die letzten 80km nach der Zeitnahme fuhren wir dann relativ entspannt (Arschbacken zusammen kneifen und durch…) über das wellige Terrain zurück nach Bozen, wo wir uns nochmal mit Nudeln aufpeppeln konnten.

Die Bozener Messehalle war für die Siegerehrung schon sehr hübsch vorbereitet, als wir dort ankamen. Auf einer Bühne sah man sämtliche Preise, die heute verteilt wurden.
Ein schönes Ambiente und so blieben wir natürlich bis zur Preisverleihung, um die Atmosphäre noch etwas zu genießen.
Die ersten 3 jeder Altersklasse wurden mit einem Preis ausgezeichnet unter lautstarker Ankündigung durch den Mikrofon-Sprecher (italienisch, englisch und deutsch), mit Begleitmusik („We’re the Champions…“).

Für uns gab es zum Schluß eine Teilnehmerurkunde, die uns sicher mit einem Lächeln auf diese Veranstaltung zurück blicken lässt.

Überhaupt, es war eine sehr gut organisierte Veranstaltung, die Fahrer waren rundum gut versorgt, mit allem, was das Radsport-Herz begehrt. Dazu viel viel Sonne, das hat was.
Wir haben uns einfach wohl gefühlt und den anderen Fahrern ging es offensichtlich genauso, denn viele von denen waren „Wiederholungstäter“ dieses Giro
und so können wir uns auch ein Wiederkommen vorstellen, auch wenn es viel Kraft, Körner, Nerven und Durchhaltevermögen kostet… 😉

Also, viele Grüße vom Giro und bis bald,
Nadine und Dirk

Gesendet mit AquaMail für Android
http://www.aqua-mail.com